Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit
Haltung, Rolle, Grenzen und Selbstschutz

3 Tage · Online/ Präsenz
inkl. FIFSI-Zertifikat

Gruppengröße: max. 12 Teilnehmende

Termine: Siehe Terminübersicht

Kosten: 550€

Kursleitung: Shiraz Maysum (er/ ihm) M.A.

KONZEPT & ANSATZ.

Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit entsteht im Zusammenspiel von Fachwissen, Reflexion, Haltung und Verantwortung. Fachkräfte bewegen sich in komplexen Handlungssituationen, in denen institutionelle Aufträge, professionelle Mandate, individuelle Bedarfe und gesellschaftliche Bedingungen aufeinandertreffen. Professionalität zeigt sich in der Fähigkeit, diese Anforderungen fachlich einzuordnen, begründete Entscheidungen zu treffen und das eigene Handeln in seiner Wirkung und Verantwortung zu reflektieren.

Einen zentralen Bezugspunkt bildet dabei der begriff der professionellen Rolle. Sie strukturiert das Verhältnis von Person, Auftrag und Profession und schafft Orientierung darüber, aus welcher Position heraus Fachkräfte handeln, welche Verantwortung sie übernehmen und wie sie professionelle Beziehungen gestalten. Rollenbewusstsein verbindet institutionellen Auftrag, gesellschaftliches Mandat, fachliche Haltung und persönliche Positionierung. Sie wird damit zum Ort, an dem Erwartungen, Verantwortlichkeiten und Handlungsmöglichkeiten fachlich bearbeitet werden. 

Damit rücken die Bedingungen professioneller Handlungsfähigkeit in den Fokus: Rollenbewusstsein, reflektierte Haltung, Klarheit über Auftrag und Verantwortung sowie ein bewusster Umgang mit Nähe, Distanz, Grenzen und der eigenen Wirkung.

Eine Besonderheit Sozialer Arbeit liegt in der Art, wie ihre Professionalität sichtbar wird. Professionen wie Medizin, Justiz oder Polizei markieren ihre institutionelle Rolle auch äußerlich durch Kittel, Robe oder Uniform. In der Sozialen Arbeit entsteht professionelle Erkennbarkeit wesentlich über Haltung, Sprache, Kommunikation, Beziehungsgestaltung und Auftreten. Die Fortbildung greift dafür das Bild einer „unsichtbaren Uniform“ auf: Sie steht für ein bewusst entwickeltes professionelles Selbstverständnis aus fachlicher Klarheit, reflektierter Haltung, Rollenbewusstsein, Positioniertheit und Verantwortung. Diese Perspektive schließt die Auseinandersetzung mit Macht, gesellschaftlicher Positionierung und institutionellen Strukturen ein. Professionelle Rollen sind in soziale Ordnungen, Erwartungen und Zuschreibungen eingebettet. Fachkräfte handeln als Personen, als Vertreter*innen ihrer Organisation und als Angehörige einer Profession. Die Reflexion dieser Ebenen unterstützt dabei, Handlungsspielräume zu erkennen, Rollenkonflikte einzuordnen und Verantwortung innerhalb widersprüchlicher Anforderungen bewusst auszugestalten. Ambiguität erfordert dabei Reflexionsfähigkeit und begründete Positionierung.

Für die professionelle Praxis verbindet sich Rollenreflexion mit Präsenz, Grenzgestaltung, Selbstführung und Selbstschutz. Professionelle Präsenz übersetzt innere Orientierung in konkretes Handeln und wird über Sprache, Körpersprache, Klarheit, Struktur und Beziehungsgestaltung wahrnehmbar. Sie unterstützt Fachkräfte dabei, Orientierung zu vermitteln, anspruchsvolle Situationen zu strukturieren und Ambivalenzen fachlich zu begleiten. Professionelle Grenzen strukturieren Verantwortung und Beziehung und unterstützen einen bewussten Umgang mit eigenen Ressourcen.

Die kontinuierliche Reflexion von Haltung, Rolle, Grenzen und Selbstschutz bildet eine zentrale Grundlage professioneller Handlungssicherheit. Ziel der Fortbildung ist die Entwicklung eines professionellen Selbstverständnisses, das Fachwissen, Positioniertheit und Verantwortung verbindet und Fachkräfte dazu befähigt, ihre eigene „unsichtbare Uniform“ bewusst zu gestalten und im beruflichen Alltag handlungsleitend einzusetzen.

Unsere Fortbildungen folgen einem reflexiven Lernverständnis: Wir problematisieren professionelle Selbstverständlichkeiten, fundieren zentrale Fragestellungen theoretisch, erproben Reflexions- und Handlungsmöglichkeiten und bündeln die gewonnenen Erkenntnisse in einem praxisbezogenen Methodenkoffer.

 

PROBLEMATISIEREN.
Professionelles Handeln vollzieht sich in Spannungsfeldern zwischen institutionellem Auftrag, professionellem Mandat, Beziehung und persönlicher Positionierung. Ungeklärte Rollen, diffuse Grenzen und widersprüchliche Erwartungen beeinflussen Entscheidungen, Beziehungsgestaltung und die eigene Handlungsfähigkeit. Die Reflexion dieser Dynamiken eröffnet einen fachlichen Zugang zu Verantwortung, Macht, Selbstschutz und professioneller Wirksamkeit.


INFORMIEREN.
Die Fortbildung vermittelt theoretische und professionsbezogene Zugänge zu Rolle, Haltung, Authentizität, professionellen Grenzen, Nähe und Distanz, Macht, Positioniertheit und Selbstschutz. Konzepte zu professioneller Identität, Mandat, Habitus und professioneller Präsenz schaffen einen fachlichen Rahmen, um das eigene Handeln einzuordnen und begründet auszurichten.


TRAINIEREN.
Die theoretischen Perspektiven werden auf konkrete Situationen und eigene Praxiserfahrungen übertragen. An Fallkonstellationen, Reflexionsübungen und beruflichen Handlungssituationen werden Rollenklärung, Grenzgestaltung, professionelle Präsenz und der Umgang mit Ambivalenzen und Grenzüberschreitungen bearbeitet und unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten praktisch erprobt.


TRANSFERIEREN.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden systematisch auf die eigene Berufspraxis bezogen und zu konkreten Handlungsstrategien weiterentwickelt. Die Teilnehmenden erarbeiten einen individuellen Methodenkoffer, der Rollenbewusstsein, professionelle Präsenz, Grenzgestaltung, Selbstführung und Selbstschutz bündelt und als praxisbezogene Grundlage für professionelle Handlungssicherheit dient.

CURRICULUM ÜBERSICHT.

Das Curriculum verbindet professionsbezogene Grundlagen mit Rollenreflexion, Grenzgestaltung und konkreter Handlungspraxis. Die sechs Schwerpunkte bauen aufeinander auf und führen vom Verständnis professioneller Rolle über Haltung und Selbstschutz bis zur Entwicklung einer individuellen und authentischen Handlungssicherheit.

01

Profession, Habitus & prof. Identität

Grundlagen professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit. Im Mittelpunkt stehen Profession, Habitus und professionelle Identität sowie die Frage, wie Fachlichkeit über Haltung, Sprache und Beziehung sichtbar wird. Entwickelt wird das Verständnis einer „unsichtbaren Uniform“, die professionelles Selbstverständnis und Auftreten strukturiert. 

02

Rolle, Auftrag &
Positionierung

Auseinandersetzung mit der professionellen Rolle im Spannungsfeld von institutionellem Auftrag, gesellschaftlichem Mandat und persönlicher Haltung. Analysiert wird, wie Erwartungen, Machtverhältnisse und die eigene Positioniertheit professionelles Handeln prägen und wie Rollenbewusstsein Orientierung für fachliche Entscheidungen schafft. 

03

Nähe, Distanz &
prof. Grenzen

Vertiefung professioneller Beziehungsgestaltung mit Blick auf Nähe, Distanz und Grenzen. Im Fokus stehen die bewusste Gestaltung von Verantwortung und Beziehung sowie die Reflexion eigener Grenzsetzungen. Bearbeitet wird, wie fachliche Klarheit und Rollenbewusstsein einen verlässlichen professionellen Rahmen schaffen.

04

Selbstführung, Schutz & Reflexivität

Reflexion eigener Belastungsdynamiken, Verantwortungsübernahme und persönlicher Ressourcen im professionellen Handeln. Untersucht wird, wie Selbstführung, Rollenbewusstsein und bewusste Abgrenzung zur eigenen Handlungsfähigkeit beitragen und Selbstschutz als Bestandteil professioneller Verantwortung gestaltet werden kann.

05

Präsenz & Grenzüberschreitungen

Übertragung der bisherigen Perspektiven auf anspruchsvolle Interaktions- und Konfliktsituationen. Im Mittelpunkt stehen professionelle Präsenz, der Umgang mit Grenzüberschreitungen und die Gestaltung klarer Handlungsrahmen. Erprobt werden Möglichkeiten, auch unter Dynamik und Ambivalenz fachlich orientiert und handlungsfähig zu bleiben.

06

Transfer & prof.
Methodenkoffer

Zusammenführung der theoretischen, reflexiven und praktischen Perspektiven mit der eigenen Berufspraxis. Die Teilnehmenden entwickeln konkrete Handlungsstrategien und bündeln zentrale Erkenntnisse, Methoden und Reflexionsinstrumente in einem individuellen Methodenkoffer. Dieser unterstützt dabei die professionelle Handlungssicherheit in die eigene Praxis zu übertragen.

ZIELGRUPPE.
Die Fortbildung richtet sich an Sozialpädagog:innen, Sozialarbeiter:innen, Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen, Fachkräfte angrenzender Disziplinen sowie fachlich Interessierte, die ihr professionelles Handeln reflektieren und ihr Verständnis von Haltung, Rolle, Grenzen und Selbstschutz fachlich fundieren und für die eigene Praxis weiterentwickeln möchten.


WAS DU LERNST.
→ die eigene professionelle Rolle klären und institutionelle Aufträge, fachliche Mandate, persönliche Haltung und gesellschaftliche Positionierung bewusst miteinander in Beziehung setzen.

professionelle Haltung und Identität entwickeln und verstehen, wie Habitus, Sprache, Auftreten und Beziehungsgestaltung die eigene „unsichtbare Uniform“ und professionelle Wirkung prägen.

Nähe, Distanz und professionelle Grenzen sicher gestalten und Verantwortung, Zuständigkeit und Beziehung auch in komplexen oder emotional anspruchsvollen Situationen fachlich einordnen.

Macht, Positioniertheit und Rollenkonflikte reflektieren und erkennen, wie institutionelle Strukturen, Erwartungen und eigene Handlungsmacht professionelle Entscheidungen und Beziehungen beeinflussen.

professionelle Präsenz und Selbstführung stärken, Grenzüberschreitungen frühzeitig erkennen und auch in Konflikten, Ambivalenzen und herausfordernden Situationen klar und handlungsfähig bleiben.

Selbstschutz als Teil professioneller Verantwortung gestalten und konkrete Strategien, Reflexionsinstrumente und Methoden zu einem individuellen Methodenkoffer für die eigene Handlungspraxis verbinden.

3 TAGE/ 

24 UE

online oder in Präsenz

PAX 

12

max. Teilnehmer:innen

550

Gebühr/ Person

TERMINE.

2026/
14. Dezember (online)

2027/
21. Januar (online)
22. März (online)
07. April (Präsenz)
20. Mai (online)
08. Juli (Präsenz)
23. September (online)
01. Dezember (online)

Präsenztermine finden im Zentrum für Bildung und Gesellschaft (ZBG) in der Albert-Schweitzer-Straße 113–115, in 55128 Mainz statt. (inkl. Snacks & Getränke)

DOZENT:IN/

Shiraz Maysum M.A. (er/ihm)
Shiraz´ Arbeitsschwerpunkte liegen hier an der Schnittstelle von diskriminierungssensibler Sozialer Arbeit, Sozialpsychologie, politischer Bildung und Professionsethik. In der Fortbildung verbindet er rassismus- und machtkritische Perspektiven mit sozialpsychologischen Zugängen zu Wahrnehmung, Positioniertheit und Deutungsmacht. Im Mittelpunkt steht deren Übertragung auf professionelle Beziehungsgestaltung, institutionelle Strukturen und die Reflexion des eigenen fachlichen Handelns.

BUCHE JETZT 
BEQUEM UND 
UNKOMPLIZIERT ÜBER UNSEREN SHOP IM FORTBILDUNGSINSTITUT UND SICHERE DIR JETZT DEINEN PLATZ!

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.