Online-Fortbildung
"Konfetti für Fehler – Fehlerfreundliche Teamkultur im institutionellen
Kinderschutz"
Im institutionellen Kindesschutz bilden eine gelebte fehlerfreundliche Organisationskultur und eine Teamkultur der gegenseitigen Rückmeldung eine wesentliche Grundlage professionellen Handelns. Gerade dort, wo Schutz, Verantwortung, Beziehung und Grenzachtung eng miteinander verbunden sind, braucht es Teams, die im fachlichen Austausch bleiben, auf Augenhöhe Rückmeldungen geben können und über geschützte Reflexionsräume verfügen, in denen eine achtsame Arbeitsweise bewusst gestaltet wird. Die Frage nach Fehlerfreundlichkeit ist deshalb keine beiläufige Zusatzfrage, sondern berührt einen zentralen Aspekt institutioneller Schutzpraxis.
Die Fortbildung greift genau diese Perspektive auf. Sie eröffnet Raum für Austausch und inhaltlich kompakte Impulse zu der Frage, was eine fehlerfreundliche Organisationskultur im institutionellen Kinderschutz ausmacht, welche Bedingungen sie braucht und welche Herausforderungen in ihrer Umsetzung entstehen. Im Zentrum steht dabei auch, wie pädagogische Fachkräfte Verantwortung übernehmen können und wie Teams eigene Fehler sowie problematisches oder grenzverletzendes Verhalten von Kolleg*innen wahrnehmen und ansprechbar machen, ohne dass Sprachlosigkeit, Unsicherheit oder Tabuisierung den professionellen Umgang bestimmen. Institutioneller Kinderschutz sowie Rechte- und Schutzkonzepte fordern und fördern gerade in diesem Feld die Auseinandersetzung mit emotional besetzten Themen, die in pädagogischen Zusammenhängenhäufig sensibel und voraussetzungsvoll sind.
Damit institutioneller Kinderschutz wirksam werden kann, braucht es reflexive Räume, in denen Haltung, Sprache und Verantwortung sich weiterentwickeln dürfen. Aus der Perspektive von
Organisationsentwicklung ist dies kein punktuelles Ereignis, sondern ein stetiger und gemeinsamer Prozess. Die Fortbildung macht diesen Prozess fachlich zugänglich und verbindet Fragen der
Fehlerkultur mit psychologischer Sicherheit, Teamkommunikation, Selbstfürsorge, Achtsamkeit und kollegialer Verantwortung. Ziel ist es, fehlerfreundliche Kultur als Teil gelebter Schutzverantwortung zu verstehen und Impulse für eine reflektierte, handlungsfähige und tragfähige Praxis im pädagogischen Alltag zu eröffnen.
Curriculum
Diese eintägige Fortbildung verbindet durch eine systemische Perspektive institutionellen Kinderschutz mit Organisationsentwicklung, Teamkultur und reflexiver Praxis. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, was eine fehlerfreundliche Organisationskultur ausmacht, wie gegenseitige Rückmeldungen auf Augenhöhe gelingen können und welche Bedingungen Teams brauchen, damit Unsicherheiten, Fehler, grenzverletzendes Verhalten und belastende Dynamiken professionell bearbeitet werden können. Der Workshop arbeitet mit kompakten pädagogischen Wissens-Impulsen, eröffnet Räume zur Reflexion, stärkt die professionelle Haltung und fördert die eigene Handlungsfähigkeit. Dabei ist er partizipativ angelegt, bezieht eigene Fälle mit ein und bringt Perspektiven ein, die gewalt-, trauma- und machtsensibel sowie machtkritisch zur Reflexion anregen.
Block 1: Institutioneller Kinderschutz, Organisationsentwicklung und Prozessperspektive
Zu Beginn wird institutioneller Kinderschutz als fachlicher Rahmen erschlossen und mit der Perspektive von Organisationsentwicklung und Prozessbegleitung verbunden. Im Fokus steht die Frage, wie Schutzkonzepte im pädagogischen Alltag wirksam werden und warum dies Teams und Einrichtungen braucht, in denen Haltung, Sprache und Verantwortung sich entwickeln dürfen. Fehlerfreundlichkeit erscheint dabei nicht als Einzelthema, sondern als Bestandteil eines stetigen und reflexiven Prozesses, der professionell gestaltet werden muss.
Block 2: Fehlerfreundliche Organisationskultur und Achtsamkeit
Dieser Block nimmt in den Blick, was eine fehlerfreundliche Organisationskultur kennzeichnet, welche Voraussetzungen sie braucht und welche Herausforderungen in ihrer Umsetzung entstehen. Thematisiert wird, was Fachkräfte individuell brauchen und wie Fehlerfreundlichkeit strukturell verankert sein kann. Zugleich wird Achtsamkeit als wesentlicher Bestandteil einer Arbeitsweise verstanden, in der geschützte Reflexionsräume vorhanden sind und professionelles Lernen im Team möglich wird.
Block 3: Psychologische Sicherheit, Teamkultur und gegenseitige Rückmeldungen
Im Zentrum dieses Blocks stehen psychologische Sicherheit und eine Teamkultur der gegenseitigen Rückmeldungen auf Augenhöhe. Behandelt wird, wie pädagogische Fachkräfte gut miteinander im Austausch sein können, wie eigene Fehler und das Fehlverhalten von Kolleg*innen wahrgenommen und benannt werden können und wie ein professioneller Umgang mit der Angst gelingt, dabei Grenzen zu überschreiten oder jemandem „auf den Schlips zu treten“. Damit verbindet der Block psychologische Sicherheit, Fehlerfreundlichkeit im Team und die konkrete Frage nach professioneller Kommunikation in emotional besetzten und häufig tabuisierten Kontexten.
Block 4: Kollegiale Fallberatung, Reflexion und Handlungsfähigkeit
Die kollegiale Fallberatung bündelt die bisherigen Themen in einer praxisnahen reflexiven Arbeitsform. Eigene Fälle, Unsicherheiten und Spannungen aus dem pädagogischen Alltag können aufgegriffen und gemeinsam bearbeitet werden. So entstehen Räume, in denen professionelle Haltung geschärft, Perspektivwechsel ermöglicht und konkrete Tools und Impulse für den pädagogischen Alltag entwickelt werden. Ziel ist es, Reflexion nicht abstrakt zu belassen, sondern sie mit Handlungsfähigkeit und fachlicher Sicherheit zu verbinden.
Block 5: Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Transfer in den pädagogischen Alltag
Zum Abschluss richtet sich der Blick auf Selbstfürsorge und Achtsamkeit als zentrale Bestandteil professioneller Praxis. Im Fokus steht, wie Fachkräfte und Teams auch in der Auseinandersetzung mit Fehlern, Gewalt, grenzverletzendem Verhalten und belastenden Dynamiken präsent, reflexiv und handlungsfähig bleiben können. Der Transfer bündelt die Inhalte des Tages in einer Weise, die fehlerfreundlich, empowernd und praxisnah angelegt ist und die Umsetzung im pädagogischen Alltag unterstützt.
Was erwartet dich?
• Eine fachlich fundierte Einführung in fehlerfreundliche Team- und Organisationskultur im institutionellen Kinderschutz
• Ein Verständnis dafür, wie Fehlerfreundlichkeit, psychologische Sicherheit und Achtsamkeit professionelles Handeln, Teamkommunikation und Schutzprozesse prägen
• Die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Unsicherheiten, Fehler, grenzverletzendes Verhalten und belastende Dynamiken im pädagogischen Alltag wahrgenommen und bearbeitet werden können
• Reflexion zentraler Bedingungen gelingender Teamkultur: gegenseitige Rückmeldungen auf Augenhöhe, geschützte Reflexionsräume und kollegiale Verantwortung
• Konkrete Impulse dazu, wie eigene Fehler und problematisches Verhalten von Kolleg*innen professionell angesprochen werden können
• Die Verbindung von institutionellem Kinderschutz, Organisationsentwicklung und Prozessbegleitung zu einer tragfähigen professionellen Haltung
• Raum für kollegiale Reflexion, eigene Fälle und die gemeinsame Entwicklung von Handlungssicherheit im Team
• Praxisnahe Anregungen zu Achtsamkeit, Selbstfürsorge und nachhaltiger Verankerung fehlerfreundlicher Strukturen im pädagogischen Alltag
• Ein fachlich verdichteter Tag mit klarer Struktur, hoher Praxisnähe und Fokus auf
reflektierte, verantwortungsbewusste Zusammenarbeit
Teilnahmebescheinigung
Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung.
Die Teilnahmebescheinigung dient als qualifizierter Nachweis einer strukturierten Weiterbildung und kann gegenüber Arbeitgeberinnen, Jugendämtern und Kooperationspartnerinnen ausgewiesen werden.
Weiteres
Kursleitung/ Referent:innen:
Frau Maren El Khanechaoui
Termine 2026
Freitag von 09:00 Uhr - 16:30 Uhr/ 1 Tag
- 1. Durchgang: 29. Mai 2026
