Online-Fortbildung
"Grenzen der Neutralität in der Sozialen Arbeit" 

Diskriminierendes und demokratiefeindliches Verhalten in Hilfekontexten stellt Fachkräfte im Arbeitsalltag vor eine immer wichtigere und anspruchsvollere Aufgabe: Es braucht eine begründete Grenzziehung und eine handlungsfähige Reaktion. Abwertung, Entmenschlichung und die Infragestellung von Gleichwertigkeit prägen vermehrt Interaktionsräume, Zusammenarbeit und Teamkulturen und wirken damit über den einzelnen Moment hinaus. Zentral wird die Frage, wie Fachkräfte Position beziehen, wie sie Sprache und Rahmen setzen und wie sie dabei Auftrag, Schutz und Beziehungsgestaltung zugleich im Blick behalten können. Hier entstehen für Fachkräfte neue, anspruchsvolle Herausforderungen. 

Der Neutralitätsmythos wirkt in solchen Situationen als Verstärker: Er verschiebt meistens Verantwortung, lässt Abwertung oft stehen und macht Ungleichwertigkeit anschlussfähig. Dadurch geraten Grenzen in Bewegung, demokratische Grundwerte verlieren Verbindlichkeit, und diskriminierende Dynamiken werden zur akzeptierten Gesprächsfolie. Die Fortbildung setzt genau hier an und klärt, wie professionelle Positionierung in solchen Momenten aussieht: klar, begründbar und handlungsfähig.

Diese eintägige Fortbildung beleuchtet mehrere Ebenen: Sprache und Situation, Beziehung und Grenze, Auftrag und Schutz, Teamkultur und Organisation, demokratischer Bezugsrahmen und professionelle Positionierung. Sie schärft Orientierungspunkte für Grenzziehung und stärkt Handlungssicherheit im Umgang mit diskriminierendem und demokratiefeindlichem Verhalten im Kontakt mit Klient*innen und im Kollegium bzw. der Institution.
 

 

Curriculum

Block 1: Neutralität, Demokratie, Auftrag – wo endet professionelle Neutralität?

Neutralität wird im Arbeitsalltag häufig als Ruhe, Distanz und Konfliktvermeidung verstanden. Dieser Block klärt die fachliche Grenze: Allparteilichkeit gegenüber Personen verbindet sich mit einer klaren Linie gegenüber Abwertung. Wir bestimmen, woran Grenzziehung fachlich ausgerichtet ist und wie sich diskriminierendes und demokratiefeindliches Verhalten als professionelle Herausforderung zeigt. Ziel ist eine gemeinsame Orientierung, die Positionierung in schwierigen Situationen begründbar macht.

 

Block 2: Soziale Arbeit ist politisch: Professionelle Positionierung statt Neutralitätsmythos

Soziale Arbeit arbeitet in einem demokratischen Bezugsrahmen, weil sie mit Zugang, Teilhabe, Schutz und Rechten zu tun hat. Daraus ergibt sich Positionierung als Teil professioneller Verantwortung. In diesem Block entsteht eine klare Mitte: professionelle Orientierung, die demokratische Grundwerte und Menschenwürde als verbindlichen Rahmen ernst nimmt. Wir entwickeln eine kurze, praxistaugliche Positionslogik, die Fachkräften ermöglicht, in belastenden Situationen schnell zu entscheiden, welche Haltung und welche Intervention stimmig sind.

 

Block 3: Klient*innenkontakt: Intervenieren bei diskriminierendem und demokratiefeindlichem Verhalten

Im Klient*innenkontakt entstehen abwertende Aussagen und grenzüberschreitendes Verhalten in unterschiedlichen Dynamiken. Dieser Block übersetzt die Orientierung aus dem Vormittag in Handlungssicherheit im Gespräch. Im Mittelpunkt steht eine klare Interventionslogik, die Grenzen setzt, den Rahmen klärt und Zusammenarbeit ermöglicht. Ergänzend werden typische Abwehrbewegungen bearbeitet und Reaktionsweisen entwickelt, die in akuten Situationen tragfähig bleiben.

 

Block 4: Kollegium/Team: Diskriminierendes Verhalten professionell adressieren

Im Kollegium wirken Hierarchie, Loyalität, Teamnormen und Organisationslogiken. Dieser Block entwickelt Wege, diskriminierendes Verhalten im Team anzusprechen und organisationsfähig zu bearbeiten. Der Fokus liegt auf Interventionen im Moment, Klärung in passenden Gesprächsformaten und strukturellen Wegen, die Verantwortung und Schutz im System verankern. Ziel ist eine realistische, belastbare Handlungsfähigkeit, die Teamkultur stärkt und Grenzverschiebungen stoppt.

 

Transfer: Standards, Wege, Dokumentation

Zum Abschluss werden die Inhalte in alltagstaugliche Standards übersetzt: persönliche Standardsätze für Klient*innenkontakt und Kollegium, ein eigener Eskalationsweg sowie eine schlanke Dokumentationspraxis. Eine kurze Abschluss- und Fragerunde bündelt offene Punkte und stärkt die Umsetzung im Berufsalltag.

Was erwartet dich?

•    klare Orientierung, wo Neutralität endet und wie Positionierung fachlich begründet wird


•    praxistaugliche Interventionslogiken bei diskriminierendem und demokratiefeindlichem Verhalten im Klient*innenkontakt


•    Handlungssicherheit im Kollegium: Diskriminierung ansprechen, klären und organisationsfähig bearbeiten


•    Reflexion zentraler Spannungsfelder zwischen Auftrag, Beziehung, Schutz und demokratischem Bezugsrahmen


•    Transfer in den Alltag: Standardsätze, Eskalationswege, schlanke Dokumentationspraxis

Wir arbeiten mit sozialwissenschaftlichen Impulsen, praxisorientierten Methoden, Reflexionsübungen, Fallbezügen und konkreten Tools zur Veränderung professioneller und institutioneller Routinen.

Teilnahmebescheinigung

Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung. Voraussetzung ist die durchgängige Teilnahme an der Fortbildung.

Weiteres:

Kursleitung/ Referent:innen:

Herr Shiraz Maysum

Termine 2026

jeweils donnerstags / 09:00 Uhr - 16:30 Uhr/ 1 Tag

  • 1. Durchgang: 26. Februar 2026
  • 2. Durchgang: 26. März 2026
  • 3. Durchgang: 07. Mai 2026

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